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Bildung schafft Perspektiven
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Aktuell

01. 04. 2009

InBIT Ruhr beteiligt sich am bundesweiten Modellprojekt "Berufseinstiegsbegleitung - ein neues Angebot Schülerinnen und Schüler"

 

Mit der Änderung des Sozialgesetzbuches (SGB) Drittes Buch (III), - "Verbesserung der Ausbildungschancen förderungsbedüftiger junger Menschen" hat die Bundesregierung neue Angebote für förderbedürftige Jugendliche geschaffen. nach dem Ausbildungsbonus gewinnt jetzt der zweite Teil des Gesetzes vom August 2008, mit dem leistungsschwachen Jugendlichen der Schritt in die Arbeitswelt erleichtert werden soll, an Relevanz: das neue Förderinstrument "Berufseinstiegsbegleitung" (§ 421s). Die "Berufseinstiegsbegleitung" wurde als ein weiterer Mosaikstein in den Übergang Schule - Arbeitsweit eingefügt. Der Bundestag beauftragte die Bundesagentur für Arbeit (BA), mit der Umsetzung des Modellprojekts, dazu wurden 240 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Seit dem 01. Februar 2009 führt die InBIT gGmbH Region Ruhr dieses Programm an neun Haupt- und Förderschulen in Bottrop, Gladbeck, Recklinghausen, Datteln und Dorsten - mit jeweils 20 bzw. 30 Schülern - durch.

Im Rahmen einer modellhaften Erprobung wurde befristet bis Dezember 2014 die Möglichkeit geschaffen, leistungsschwächere Schüler bundesweit an 1000 ausgewählten allgemein bildenden Schulen einschließlich der Förderschulen über längere Zeit individuell beim Übergang von der Schule in eine betriebliche Ausbildung oder eine Beschäftigung - gegebenenfalls einschließlich einer sonstigen Qualifizierung - zu begleiten.

Gemäß einer statistischen Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) beabsichtigen mehr als 90 % der Hauptschulabsolventen des Schuljahres 2005/2006 eine Ausbildung im dualen System zu beginnen. Tatsächlich gelang dies jedoch nur 35,7 % der Jugendlichen unmittelbar (vgl. BIBB - Bundesinstitut für Berufsbildung, Robert-Schuman-Platz 3, 53175 Bonn).

"Berufseinstiegsbegleitung" soll nun als neue Maßnahme zur individuellen Begleitung und Unterstützung förderungsbedürftiger Jugendlicher mehr Jugendlichen der Zugang zu einer betrieblichen Ausbildung erleichtern. Dabei soll die "Berufseinstiegsbegleitung" bereits während des Besuchs der Vorabgangsklasse der allgemein bildenden Schule beginnen, damit hinreichend Zeit besteht, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, und der Jugendliche bereits bei frühzeitig zu treffenden Entscheidungen auf die Unterstützung der "Berufseinstiegsbegleitung" zurückgreifen kann. Im Regelfall beginnt die aktive Bewerbungsphase spätestens ein Jahr vor dem Verlassen der allgemein bildenden Schule. Der Berufseinstiegsbegleiter soll den Jugendlichen bei der Erreichung des Abschlusses einer allgemein bildenden Schule, bei der Berufsorientierung und -wahl, der Herstellung der Ausbildungsreife und der Suche nach einem geeigneten betrieblichen Ausbildungsplatz unterstützen. Draüber hinaus soll er auch bei der Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses Unterstützung leisten. Die Begleitung endet ein halbes Jahr nach Beginn einer beruflichen Ausbildung, spätestens 24 Monate nach Beendigung der allgemein bildenden Schule. Für weitergehende Hilfen kann dann auf das Regelangebot der Agenturen für Arbeit zurückgegriffen werden.

Für die BA ist die "Berufseinstiegsbegleitung" an Schulen ein Vorzeigemodell für die neue "geschäftspolitische Schwerpunktsetzung", die Wert auf Prävention legt. Bent Paulsen vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) kann, "nach anfänglicher Skepsis", wie er sagte, dem neuen Instrument viel abgewinnen. Die intensive Berufsorientierung in der Schule durch qualifiziertes Personal, die kontinuierliche individuelle Betreuung leistungsschwacher Schüler, die Kooperation mit der Berufsberatung, die große Zahl einbezogener Schulen und die beabsichtigte Evaluation - all das, sagt der erfahrene BIBB-Experte, seien gute präventive Absichten: "Das könnte klappen" (vgl. GEW, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft).

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) evaluiert die Auswirkungen der Berufseinstiegsbegleitung und den Erfolg insbesondere beim Übergang in eine betriebliche Berufsausbildung und berichtet dem Deutschen Bundestag hierüber. Danach soll sich zeigen, ob die BA das Instrument im Rahmen des Geschäftsfelds "Prävention" verstetigen wird, oder ob andere Möglichkeiten der Finanzierung bspw. durch die Länder gefunden werden. Nun bleibt es im Sinne der förderbedürftigen Schüler und Schülerinnen zu hoffen, dass das Modellprojekt erfolgreich sein wird und Bent Paulsen mit seiner positiven Prognose Recht behalten wird.