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Aktuell
InBIT Rheinland
Einstiegshelfer in die Realität
Profis begleiten junge Leute auf ihrem Weg in das Berufsleben
Kölner Stadtanzeiger - 07. August 2009
An drei Schulen im Kreisgebiet ist ein neues Projekt gestartet: Die Einstiegsbegleitung der Arbeitsagentur will Haupt- und Förderschüler gezielt an Jobs heranführen.
Siegburg
IT-Techniker haben einen echten Spaßberuf. Von morgens bis abends sitzen sie am Rechner und programmieren aufregende neue Computer-Spiele. Klingt nach einem Wunschtraum? Ist es auch. Das muss Bernd Meister Jugendlichen immer wieder sagen, die meinen, damit ihren absoluten Traumjob gefunden zu haben. "Wenn jemand so romantische Vorstellungen hat, müssen wir gemeinsam überprüfen, inwieweit das Berufsbild realistisch ist", erklärt Meister diplomatisch.
Branchenkenner helfen
Das heißt auf gut Deutsch: Teenager, die kurz vor dem Schulabschluss immer noch Jetpilot, Astronaut oder Lokführer werden wollen, laufen Gefahr, enttäuscht zu werden. Damit sie dennoch einen erfolgreichen Start ins Erwerbsleben schaffen, gibt es nun so genannte Berufseinstiegsbegleiter: Menschen wie Bernd Meister. Er ist selbst von Haus aus technischer Betriebswirt und kennt somit die Branche. Im Auftrag der Firma InBIT ("Institut für Betriebsorganisation und Informationstechnik") berät und unterstützt er seit neuestem junge Leute.
Ihre Klienten findet InBIT in den Haupt- und Förderschulen. Zwei jahre vor dem Schulabschluss können die Jugendlichen mit den Zusatzmaßnahmen beginnen. Denn je näher das Abschlusszeugnis rückt, umso größer ist oft die Verwirrung, welcher Beruf nun wirklich der richtige ist.
Die bundesweit agierende Firma InBIT berät im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit. 1000 Schulen wurden deutschlandweit für das neue Projekt ausgesucht. Im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis startet es nun an drei Standorten: in Neunkirchen-Seelscheid, in Siegburg und Niedernpleis.
Das Ziel der Begleitung wurde klar ausgegeben: "Prävention statt Reparatur", sagt Wolfgang Räder, Berufsberater in Siegburg. In Zusammenarbeit mit Klassenlehrern und Eltern sollen schwache Schüler ganz gezielt ausgewählt und gefördert werden. Dabei ist es egal, ob die Jügendlichen nun eher Probleme mit der deutschen Sprache haben - wie Migranten -, mit den Zeugnisnoten oder mit der Jobauswahl.
Die Berufsbegleiter bauen auf vier individuell zu gewichtende Module: Förderunterricht, um einen ordentlichen Abschluss zu erlangen, Berufsberatung, Bewerbungstraining und - wenn alles geklappt hat - eine Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses. Haben die Jugendlichen am Ende einen Vertrag in der Tasche, werden sie noch rund ein halbes Jahr lang von den Experten offiziell begleitet. Herrscht danach einmal "Not am Mann", sollen sie auch weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
