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Aktuell

08. 09. 2009

InBIT Rheinland

 

Seite an Seite bis zur Ausbildung

Die neue Berufseinstiegsbegleitung der Agentur für Arbeit richtet sich an förderungsbedürftige Schüler

General-Anzeiger, 12. August 2009

Rhein-Sieg-Kreis.

Raimund Arnhold will Koch werden, das weiß der 17-jährige Hauptschüler aus Sankt Augustin schon. Aber an seinem Deutsch muss er noch arbeiten. Raimund stammt aus Russland, kam vor drei Jahren nach Deutschland. Dabei, etwa seine Satzstellung zu verbessern, damit er gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt hat, hilft ihm seit Kurzem Bernhard Meister. Er ist Arnholds Berufseinstiegs-begleiter und soll ihn dabei unterstützen, den Übergang von der Schule in den Beruf zu meistern.

Prävention statt Reparatur ist der Ansatz der Berufseinstiegsbegleitung, die von der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt wird. Bundesweit wurden 1000 Schulen für die Erprobung des neuen Konzepts ausgewählt, an denen Jugendliche der 8. bis 10. Klassen unterstützt werden. Sie erhalten Förderunterricht, lernen mit ihren Begleitern Berufsbilder in Theorie und Praxis kennen, bekommen Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Zudem halten sie nach Beginn einer Ausbildung noch ein halbes Jahr lang den Kontakt zu ihren Helfern.

Bei der Auswahl der Schulen für das Programm wurde ein Schwerpunkt auf Haupt- und Förderschulen gelegt, um insbesondere förderungsbedürftige Schüler zu erreichen, erläuterte Paul Moser, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein/Sieg, jüngst auf einer Pressekonferenz.

211 Schulen in NRW, davon zehn in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, beteiligen sich laut Moser. Rechtsrheinisch sind die Gemeinschaftshauptschule Neuenhof in Siegburg mit 20 Schülern, die Gemeinschaftshauptschule Sankt Augustin-Niederpleis mit zehn und die Gemeinschaftshauptschule Neunkirchen-Seelscheid mit 30 Schülern mit im Boot. Nochmal zehn Schüler sollen jetzt an jeder Schule dazu kommen, die ebenfalls von der Begleitung profitieren dürfen.

Mit der Betreuung der Jugendliche an diesen drei Schulen hat die Agentur für Arbeit den Bildungsträger InBIT, Institut für Betriebsorganisation und Informationstechnik, aus Siegburg beauftragt. So arbeitet auch Raimunds Begleiter Bernhard Meister beim InBIT, das über Lehrwerkstätten für verschiedene Ausbildungsberufe wie Frisör, Koch, Fachlagerist und Maler verfügt, so dass die Schüler Berufsbilder hier praktisch kennenlernen können.

Ein 15-köpfiges Team, bestehend aus Personen, die in verschiedenen Berufen, vom Elektroingenieur wie Bernhard Meister bis zur Sozialpädagogin, arbeiten, um unterschiedliche Neigungen der Schüler abdecken zu können, ist laut Torsten Lother, stellvertretender Regionalleiter von InBIT, für die Berufseinstiegsbegleitung zuständig. Für die drei Schulen gibt es jeweils einen zentralen Ansprechpartner, der die Begleitung koordiniert. Für jeden einzelnen Schüler soll ein Förderplan ausgearbeitet werden.

Seit Frühjahr läuft das Projekt im Kreis. Wie Raimund bekommen mehrere Schüler Förderunterricht, vor allem in Deutsch, Mathe, Englisch und Wirtschaft. Eine Gruppe hat an einem Ausflug nach Nörvenich zur Bundeswehr teilgenommen. Raimund uns sein Begleiter haben sich bislang einmal in der Woche getroffen, demnächst wollen sie sich zweimal wöchtenlich zusammensetzen. Was die Schüler von dem Ganzen halten? "Ich find das super", meint Raimund.

Einstiegsbegleitung

Die Berufseinstiegsbegleitung ist im Sozialgesetzbuch III (§ 421s) geregelt. Berufseinstiegsbegleiter sind demnach Personen, die aufgrund ihrer Berufs- und Lebenserfahrung besonders geeignet sind. Die Erprobungsphase des Programms läuft bis Ende 2014. Das Bundesministerium für Arbeit un Soziales untersucht den Erfolg der Berufseinstiegsbegleitung und erstattet dem Bundestag Bericht.